Vorbeugendes
System einer Gefährdungsanalyse, in deren Verlauf kritische
Lenkungspunkte mit daraus resultierenden Überwachungsmaßnahmen identifiziert
werden, um die Sicherheit von Lebensmitteln zu gewährleisten und eine
gesundheitliche Beeinträchtigung von Verbrauchern auszuschließen.
Das HACCP-Konzept als Präventivkonzept wurde 1959 für die Raumfahrt
(Astronautenkost) erstmals angewendet und danach weiterentwickelt.
Nachdem
das Konzept 1982 von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht
wurde, fand es als vorbeugendes Instrument schnell Verbreitung in der
Nahrungsmittelindustrie da eine sichere Endproduktkontrolle dort oft
nicht möglich ist
Der von der FAO (Food and Agriculture Organization) der UNO herausgegebene
Codex Alimentarius empfiehlt die Anwendung eines HACCP-Konzeptes seit
1993.
Im deutschen Recht wurde das HACCP-Konzept erstmals mit der bundesweit
geltenden Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV rechtsverbindlich seit
Februar 1998) als Umsetzung der Richtlinie 93/43 EWG verankert.
Die
sogenannte Basisverordnung VO(EG) 178/2002 sieht die Anwendung
des HACCP-Konzeptes
in allen Unternehmen, die mit der
Produktion, der
Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln beschäftigt sind,
vor.
Rechtsverbindlich
seit Januar 2006 fordert die VO(EG) 852/2004 über
Lebensmittelhygiene in Artikel 5 eine Gefahrenanalyse basierend auf
den 7 Grundsätzen HACCP (Codex Alimentarius).
Berichte über
Lebensmittelvergiftungen zeigen, wie wichtig die Lebensmittelsicherheit
aus
industrieller Produktion mit entsprechender Verbreitung und umfangreicher
Lebensmitteltransporte ist.
Ausgehend von den zu verarbeitenden Materialien und Bedingungen bei
den Produktionsprozessen werden in einer HACCP-Analyse Ursprung, Herstellung,
Verarbeitung, Lagerung und Transport unter qualitativen Gesichtspunkten
erfasst, optimiert und in einem Monitoring abgesichert.
Die
HACCP-Analyse ist ein Instrument, mit dem kritische Punkte im
Prozessablauf ermittelt
und nach Festlegung bestimmter
Kontrollen gesteuert
werden, um die Sicherheit von Lebensmitteln zu gewährleisten und
eine gesundheitliche Beeinträchtigung von Verbrauchern auszuschließen.
Sieben
HACCP-Grundsätze
nach Codex alimentarius:
1. Gefahrenanalyse und Risikoabschätzung von Lebensmitteln (HACCP
Analyse)
2. Festlegung der CCP’s (kritischen Lenkungspunkte),
um eine
Gefahr auszuschalten oder auf ein
akzeptables Niveau zu reduzieren
3. Grenzwerte für jeden CCP festlegen
4. Überwachungs-(Monitoring System) für jeden CCP festlegen
5. Korrekturmaßnahmen festlegen für jeden CCP,
wenn Grenzen nicht
eingehalten werden
6. Verifikation des HACCP- Konzeptes
7. Dokumentation von Gefahrenanalyse, Lenkungspunkten, Korrekturmaßnahmen,
Verifikation